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Gruppenführung Kroatien November 2013 oder 8 Waschl auf dem Weg zu Silber (CMAS **)

10.​11.​2013

In diesem Frühjahr hat sich eine Gruppe von Waschln  (Klössinger Georg, Scherk Daniel, Atzinger Franz, Höller Martin, Höller Michael) entschlossen bei uns einen Tauchkurs zu machen.

Schon während des Anfängerkurses war klar, hier ist noch lange nicht Schluss. Mit viel Freude und Enthusiasmus haben sie den Kurs erfolgreich beendet. Noch während der ersten Freiwassertauchgänge und den folgenden Prüfungstauchgängen haben sie sich nahezu komplett ausgerüstet. Nun musste das neue Equipment natürlich erprobt und die Tauchfähigkeiten verbessert werden. Unsere Ausbilder und Goldtaucher wurden den Sommer über fast jedes Wochenende gefordert, um die Waschl zu begleiten und ihnen Tipps zu geben. Der Weg war klar vorgegeben. Sie wollen Silber. Das dies nicht von heute auf morgen geschehen kann, wurde Ihnen bald klar. Die Anforderungen an einen Silbertaucher sind nicht ohne. Und so wurde im September der erste Aufbaukurs gemacht. Orientierung! Hierbei hat sich die Gruppe der Waschl bereits von 5 auf 8 Mitglieder erhöht. Felix Berndl, Andreas Wilhelm und Sebastian König haben sich der Gruppe angeschlossen und das Ziel mit aufgenommen, im nächsten Jahr das nächsthöhere Brevet, Silber, zu absolvieren. Nach erfolgreichem Kurs wurde erneut getaucht was das Zeug hält, um das Erlernte zu vertiefen.

Der Wissensdurst war für heuer noch nicht gestillt und das nächste Aufbauseminar sollte in Angriff genommen werden. Gruppenführung. Da das Jahr aber schon fortgeschritten war und die nötigen Tauchgänge, bei 8 Leuten immerhin 32 Prüfungstauchgänge, in heimischen Gewässern heuer nicht mehr durchgeführt werden könnte, wurde Plan B in die Tat umgesetzt. Ein verlängertes Ausbildungswochenende in Kroatien. Der Plan ging auf. Nach intensiven Vorbereitungen und Planungen wurde dank Gert Graml ein Ausbildungsort an der kroatischen Adria  organisiert. Um das taucherische Umfeld, Flaschenfüllungen, Tauchgenehmigungen, ect. kümmerte sich Franz Rodler.

Die Theorieeinheit am 26.10.2013 erfolgte noch daheim.

Nach der Theorie war den Waschl aber schnell klar, dass die Ausbildung zum Gruppenführer kein Spaziergang werden wird.


Tag 1 (01.11.2013)
Am 01.11.2013 um 00.30 Uhr war es dann soweit. Es ging ab Richtung Starigrad in Kroatien.

Die Gruppe wurde begleitet vom frischgebackenen Übungsleiter Konrad Biber und zwei weiteren Mittauchern Watzl Susanne und Hackl Sigi. Ein Arbeitskollege von Gert, Markus, der ebenfalls half, die Unterkunft für immerhin 13 Taucher zu organisieren, komplettierte die Reisegruppe.
Nach 7,5 stündiger Fahrt und Begutachtung der Füllstation begab sich die Gruppe zur Unterkunft!
Um ca. 09.30 Uhr wurden die Schlafplätze verteilt und bei optimalen Ausbildungsvoraussetzungen (strahlender Sonnenschein 23 Grad  und gefühlten 19 Grad Wassertemperatur) wurde der erste praktische  Prüfungstauchgang - Demonstration der Gruppenführung- durchgeführt. Hierbei wurde unter Führung der Ausbilder erstmals das für alle unbekannte Tauchgewässer begutachtet, Orientierungspunkte gesucht, und die Unterwasserlandschaft eingeprägt. Die Waschl sollten beobachten, wie eine Gruppe geführt, zusammengehalten und sicher wieder an den Ausgangspunkt zurückgebracht wird. Im Nachgang durften die 8 Waschl das zuvor Demonstrierte unter Beobachtung der Ausbilder eigenständig unter Beweis stellen. Unser ÜL Konrad nahm sich in der Zwischenzeit die Zeit und Muße Susanne und Sigi mit dem Meer vertraut zu machen.

Zum Ende des ersten Ausbildungstages mit 8 Prüfungstauchgängen, wurden die leeren Flaschen zur Füllstation gebracht, da der eigens mitgebrachte Kompressor,  die verballerte Luft nicht ganz schaffte und nachliefern konnte.

In der Erdgeschoßwohnung wurde zwischenzeitlich am integrierten offenen Kamin das Feuer geschürt und anschließend gegrillt. Im Anschluss wurde das praktisch Erlernte nochmals theoretisch nachbesprochen.

Zur Sicherung der erlernten  Einheiten gab es Dekobier aus der Nachbargalaxie Österreich. Gert ließ es sich nicht nehmen, obwohl er mehrfach gewarnt wurde, Kaffee mit Leitungswasser zu trinken. Das Ende vom Lied war ein mehrmaliger Besuch der Sanitärräume und Ausfall bis nächsten Mittag.

Die Müdigkeit schlich sich bei allen Beteiligten sehr schnell ein, war doch die Anreise und der anstrengende Tauchtag recht anspruchsvoll.

Tag 2 (02.11.2013)
Franz hatte nach dem Frühstück alle Hände voll zu tun die 8 Waschl im Zaum zu halten, da Gert ja noch außer Gefecht war. Es wurden zunächst die am Vortag nicht mehr durchgeführten Tauchgänge gemacht, bevor Gert wieder fit war und die Prüfungstauchgänge 3 von den Teilnehmern absolviert wurden. Simuliert wurden dabei unter anderem folgende Zwischenfälle:

ð  Plötzlicher Bleiverlust

ð  Flossenverlust

ð  Tarierprobleme von Anfängern

ð  Verlust von Gruppenmitgliedern

ð  Probleme des Druckausgleiches

ð  Weitere fingierte Zwischenfälle

Die kompletten Übungen wurden jeweils ergänzt mit dem sichern der Einsatzgruppe durch das setzen einer Signalboje und einer Sicherungsgruppe an Land. Da Andreas und Sebastian am nächsten Tag bereits die Heimreise antreten würden, haben beide schließlich noch den 4. und letzten Prüfungstauchgang gemacht.

Unser mitgereister ÜL ließ es sich nicht nehmen, mit denjenigen die immer noch nicht genug hatten, einen Nachttauchgang durchzuführen.

Gegen 18.00 Uhr machten sich ÜL –Konrad, Susanne, Sigi und Sebastian (100. TG) über den hell beleuchteten Einstieg auf den Weg in die Dunkelheit der Adria.

Durch die Vielzahl der Tauchgänge mussten an diesem Tag noch 23 Flaschen zur Tauchbasis gebracht werden und diese für den nächsten Tag wieder gefüllt werden.

Das  abendliche Grillen wurde mit Kaiserschmarn abgerundet. Danach wurden dann noch auf das ein oder andere Jubiläum angestoßen:

ÜL-Konrad => TG Nummer 444

Gert => TG Nummer 500

Andreas => TG Nummer 50 und Abschluss der Gruppenführung

Sebastian => TG Nummer 100, erster Nachttauchgang und Abschluss Gruppenführung

Der Abend wurde lang und die Nacht kurz. Für die Einen an der Feuerstelle der Erdgeschoßwohnung, für den Anderen beim theoretischen Studium der möglichen Vorkommnisse bei der Gruppenführung.

Tag 3 (03.11.2013)
06.00 Uhr aufstehen - 6.15 Uhr Briefing. Sebastian, Martin und Michi gingen mit Gert, getarnt als CMAS* -Taucher  mit 5 Einsätzen, zum Early Morning Prüfungstauchgang mit Sebastian. Andy holte zwischenzeitlich eine der abgetriebenen  Bojen – welche nach dem Nachttauchgang nicht mehr eingeholt wurden. Die Zweite wurde nicht mehr gefunden und treibt jetzt Herrenlos im Mittelmeer

Markus machte zwischenzeitlich die Sicherung mit Georg, der nach diversen Startschwierigkeiten von Sebastian beim Zusammenbau der Ausrüstung (Druck und Nervosität stiegen von Minute zu Minute – Einsatzprofil richtig berechnet?, Automat bläst ab – O-Ring verloren, O –Ring ergänzt –bläßt immer noch ab, hat der zwischenzeitlich ausgeborgte Automat von Georg einen Inflator? ……) ebenfalls gezwungen wurde die Nachtruhe früher zu beenden als geplant.

Nachdem die Startschwierigkeiten einigermaßen behoben waren, ging es dann im Flachbereich Richtung 4 bar. Die Orientierung zum Ziel übernahm Sebastian. Über der vorgesehenen Tiefe angekommen, übernahm Gert kurzerhand die Gruppe und begleitete sie im freien Abstieg auf 30 Meter Tiefe. Nach kurzem Verweilen und anschließendem kontrolliertem Aufstieg  ging die Gruppenführung zurück an Sebastian, der die Aufgabe hatte, die Gruppe zum Ausstieg zu führen. Beim Nachbriefing wurde Sebastian noch mit plötzlich auftretenden Juckerscheinungen von Gert konfrontiert, die es galt unter Kontrolle zu bringen.

Dann ging es zum wohlverdienten Frühstück. Anschließend ging es mit den noch verbleibenden 6 Waschl unter Einbindung diverser Aufgaben (durch Franz und Gert), dass Erlernte zum Besten zu geben. Ab zum Tauchen.

Franz wurde in seiner Gruppe sehr schnell durchschaut und von Tauchgang zu Tauchgang gruppentechnisch so integriert und  gesichert, dass ein Ausbrechen aus der Formation fast unmöglich war. Störfälle wurden sofort erkannt und fachtechnisch behoben. Nur die Integration der Austauchphasen und Sicherheitsstopps bereitete allen noch etwas Schwierigkeiten.

Ein kurzer Überblick was so alles in die Tauchgänge eingebaut wurde.

Gruppenführer (GF) Felix:
Gert, jetzt getarnt als PADI –Open Water - Diver (5 Einsätze, aber mit Computer und Lampe ausgestattet, somit selbst für vollumfänglich  30 Meter Tiefe einsatztauglich befunden, außerdem Spezialbrevet – ich weiß wo ich bin, wenn ich weiß wo die Sonne steht, und der Vorgabe er benötigt einen 30 Metereinsatz zum Erlangen der Advanced Open Water Tauglichkeit). Beim Nachbriefing wurde Felix noch mit der Versorgung einer Verletzung konfrontiert. Wurde Gert doch beim Ausstieg durch ein Nesseltier angegriffen. (Die Verletzung kann man klasse mit Zahnpasta darstellen.)

GF Martin:
Gert unterwegs mit Susanne als SSI–Dreamteam. Gert ausgestattet mit 15 Spezialbrevets und Advanced Open Water Diver und Susanne als Open Water Diver zur Integration in die Gruppe. Ziel von Gert waren 40 Meter. Martin hatte alle Hände voll zu tun, die Neulinge zu bremsen und die Gruppe beisammen zu halten.

GF Michael:
Hier wurde kurzer Hand Konrad mit eingebunden, der nun als frischgebackener PADI OWD die Gruppe zum Schwitzen brachte. Gert beobachtete den TG und verwirrte Michi beim Verschwinden von 2 Gruppenmitgliedern als er die Formation kurzfristig selbst ergänzte.

Um 16.30 Uhr waren die Prüfungstauchgänge fast geschafft. Nur Franz A. versuchte den Kollegen ein Schnippchen zu schlagen und glaubte durch Übernahme von Briefing und Führung des geplanten Nachttauchganges gleich das Sonderbrevet Nachttauchen zu ergattern.

Wie es so ist, bestraft Gott kleine Gemeinheiten sofort und so ging Franz A. nichtsahnend durch die gläserne Terrassentüre Richtung Toilette. Irgendjemand schloss zwecks Dunkelheit diese Türe und Franz A. wurde kurzer Hand beim Rückweg aus der Toilette durch die Erschütterung beim Aufprall auf die nun geschlossene Türe zurück zur Realität gebracht und versprach den Nachttauchgang auch ohne Brevetierung durchzuführen.

So ging es gegen  18.00 Uhr nochmals mit 9 Tauchern ins Wasser. Nur Michi (der vom Prüfungstauchgang noch ziemlich hohen Puls hatte), sowie Daniel und Markus (die Beiden mussten den ersten TG von Markus begießen – machte er doch am Mittag einen Schnuppertauchgang mit Konrad) blieben zur Sicherung an Land.

Zum krönenden Tagesabschluss wurde nochmals gegrillt und jetzt recht ausgiebig gefeiert, nachdem Franz den noch verbliebenen das Brevet überreicht hatte. Die letzten verliesen die Grillstation gegen ß2.30 Uhr mit leichten Orientierungsschwierigkeiten Richtung Schlafstätte.

Tag 4 (04.11.2013)
ÜL-Konrad und Gert ließen es sich nicht nehmen, die 5 bar Grenze ausfindig zu machen. Um 07.30 Uhr ging es in Rückenlage Richtung 240 Grad mit 240 bar gefüllten Flaschen. Nach etwa 10 Minuten erfolgte der freie Fall auf ca. 30 Meter. Anschließend ging es den 240 Grad folgend mühsam der 5 bar (40m) Marke entgegen. Ziel erreicht und dann Rückmarsch zum Frühstückstisch. Gemeinsam wurde dann das Camp wieder auf Vordermann gebracht und man genoss noch gut eine Stunde das schöne Wetter auf der Terrasse. Wir ließen nochmals die Tauchgänge und das Erlebte Revue passieren, bevor wir pünktlich um 12.00 Uhr die Heimreise antraten.

Gegen 21.00 Uhr erreichten wir den Stützpunkt in Aicha vorm Wald, von wo aus die Teilnehmer die letzten Meter nach Hause fuhren.


Rückblick - Resümee:

Verlust:

3 KG Blei

1 Boje mit Blei

3 KG Eigengewicht von Gert (Tja, das Leitungswasser ist nicht nur in Ägypten zu meiden)

5 KG Kartoffelsalat  (wurde im Kühlschrank vergessen)

5 KG Krautsalat (wurde im Kühlschrank vergessen)

Ca. 10 Stück fertiges Grillfleisch (wurde im Kühlschrank vergessen)



173 unfallfreie Tauchgänge


Gewinn:

1 Neuling der infiziert wurde und einen Tauchkurs machen will

2 Taucher die 2014 die Ausbildung Richtung Silber fortführen wollen

8 Taucher mit erfolgreich absolvierter Gruppenführung

14 Taucher, die den Sommer mit Spaß, schönem Wetter und disziplinierten Tauchgängen verlängerten und die Winterzeit um 4 Tage verkürzten.

235 € Spende für die Vereinskasse mit Verwendungszeck „Elektrifizierung der Schmiede“

Alles in allem ein mehr als gelungener  Weiterbildungskurs mit hoher Disziplin und viel vermitteltem Wissen. So kann es weiter gehen Richtung Silber. Teil 2 folgt im nächsten Jahr.

In diesem Sinne „Möge die Luft mit Euch sein“

Gert